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Rüden oder Weibchen:
Zur Erklärung: Wir züchten nicht nur. Wir sind auch aktiv
mit der Hundeerziehung beschäftigt. Mein Mann arbeitet nun schon
seit 16 Jahren mit den Hunden. Wir organisieren hier regelmäßig
Treffen, sind aber auch im ganzen süddeutschen Raum unterwegs, um
auf "Arbeitstagen des Clubs" zum Einsatz zu kommen. Die Hundeerziehung
und die richtigen Hundehalter für unsere Welpen ist ein ganz großes
Thema. Welcher Welpe in welche Familie geht, entscheiden wir.
Viele Faktoren spielen da eine Rolle, die weit über
Läufigkeit oder Revier markieren hinausgehen, wie z.B. nicht gerade
den lebhaftesten Welpen zu einem ruhigen Ehepaar oder einer Familie mit
Kleinkindern (die haben so schon Power genug). Kein Rüde an Personen,
wo man eindeutig merkt, das der, der sich hauptsächlich mit dem Hund
abgeben möchte zu "soft" ist und evtl. auch noch keine
Hundeerfahrung hat usw.In den 9 Jahren, die wir jetzt züchten, hat
sich das absolut bewährt. Wir haben zwar so manches Stirnrunzeln
gesehen, aber nach unseren Erklärungen hat das jeder Welpenkäufer
akzeptiert.
Sind Sie bei einem gewissenhaften Züchter gelandet, dann erzählen
Sie viel von dem was sie mit dem Hund vor haben, wie sie leben, wer mit
dem Hund arbeiten möchte usw. und vor allem beantworten Sie sich
selbst die Fragen gewissenhaft! Der Züchter muss sich ein Bild von
Ihnen machen können, um danach den richtigen Welpen für Sie
auszusuchen.
Wichtig ist für uns bei der Auswahl unserer Welpenkäufer, die
einen Rüden wollen, ob sie auch die nötige Dominanz mitbringen.
Ein Rüde braucht eine konsequentere Hand als eine Hündin. Vor
allem in der "Sturm-und-Drang-Phase", sprich Pubertät,
werden die Grenzen oft gnadenlos ausgetestet und mit Streicheleinheiten
und lieben Worten werden diese Probleme auf keinen Fall gelöst. "Er
ist halt so" ist nur eine Bestätigung für menschliche Schwäche.
Man hat nicht gelernt, den Hund richtig zu führen.
Ohne Durchsetzungsvermögen geht es nicht! Dies von Anfang an richtig
eingesetzt, läßt viele Probleme erst gar nicht entstehen. Genug
Leute kommen damit überhaupt nicht klar und ziehen sich somit einen
Tyrannen heran, der die ganze Familie beherrscht und zu einem Problemhund
wird, den man am liebsten zu Hause läßt.
Dies trifft natürlich für alle Rassen zu. Nur, je größer
die Rasse Ihrer Wahl wird, desto "ge"-wichtiger ist die richtige
Entscheidung.
Die Impfung:
Auf Grund der Ostimporte gab es vor einen paar Jahren ein Boom an Parvovirose
und "viele" Rassehunde starben (nachweislich) daran. Von der
Dunkelziffer z.B. der Mischlinge ganz zu schweigen. Hier waren vor allem
Welpen im ersten Jahr und alte Hunde getroffen.
Nach diesen Schreckensmeldungen hat der Club und somit auch wir reagiert
und das Impfschema geändert. Das haben sicher noch viele getan, denn
es wurde Gott sein Dank wesentlich ruhiger.
Aber 1996 hielt sich eine Welpenkäuferin nicht an die von uns gegebenen
Empfehlungen und ging auf einen öffentlich Hundeplatz. Nach 48 Stunden
war "unser" Welpe tot - Parvo. Er hatte keine Chance und war
gerade mal 15 Wochen alt.
Es ist ein neuer Virenstamm, der aus dem Ostblock zu uns fand und unsere
Impfstoffe greifen nicht. Ein gesunder Hund kann Überträger
dieses Virus sein! Der Virus hält sich in günstigen Lagen JAHRELANG!
Hygiene in der Wurfkiste und mit der Mutterhündin ist das oberste
Gebot! Besucher müssen ihre Schuhe ausziehen, weil man nicht weiß,
wo sie überall gelaufen sind und selbst über die Schuhsohlen
übertragen werden kann. Und vor allem in den ersten vier Wochen müssen
sie sich
die Hände desinfizieren. Erst dann lassen wir sie an unsere Welpen.
Das die Mutterhündin nach jedem Spaziergang mit einem desinfizierenden
Mittel
abgewaschen wird, versteht sich von selbst.
So empfehlen wir unseren Welpenkäufern, erst nach der letzten Impfung
mit 16 Wochen etwas freier zu sein, aber im ersten halben Jahr grundsätzlich
"wilde Hundewiesen" zu meiden und sich nur dort aufzuhalten,
wo man einigermaßen sicher sein kann, das dort nur gesunde
und geimpfte Hunde sind.
Ich weiß, das ist schwierig, denn der Hund soll ja geprägt
werden und das geht nicht in der Isolation. Aber man kann einfach nicht
vorsichtig genug sein. Unsere Welpen werden bis zur 16. Woche 4 x gegen
Parvo geimpft.
Kleiner Tip am Rande (für Welpen):
Wir nehmen immer ein flüssiges Entwurmungsmittel. Auf einer Spritze
(ohne Nadel) aufgezogen kann man es problemlos seitlich in die Lefzen
einspritzen.
Empfehlungen für die richtige Zuchtstätte, den richtigen Welpen:
-
Sehen Sie sich mehrere Zuchtstätten an. Machen
Sie sich so ein Bild über verschiedene
Züchter und ihre Hunde, um dann eine Zuchtstätte auszusuchen,
wo einfach alles paßt.
-
Geben Sie nie am Telefon eine feste Zusage, das Sie
den Welpen kaufen. Kaufen Sie nicht die Katze im Sack!
-
Unterschreiben Sie keinen Kaufvertrag oder leisten gar
eine Anzahlung, bevor Sie nicht ganz sicher sind, daß Sie bei
diesem Züchter einen Welpen nehmen. In der Regel macht man den
Vertrag, wenn man den Welpen abholt.
-
Anzahlung auf einen Welpen, den man vielleicht noch
nicht einmal gesehen hat oder man sich noch gar nicht sicher ist,
ob man aus dieser Zuchtstätte einen nehmen möchte - auf
keinen Fall.
-
Die Aussage, daß das weit und breit der einzige
....-welpe und er der einzige Züchter ist, brauchen Sie nicht
glauben und auf ein "jetzt oder nie" auch nicht reagieren.
-
Bei einem Rassehundverein gibt es das nicht, auch wenn
es sich um eine wenig verbreitete Rasse handelt. Im schlimmsten Fall
muss man auf seinen Hund einfach etwas warten.
Empfehlung an die Welpeninteressenten:
Mehrere Eisen im Feuer - das kann für manchen Züchter ärgerlich
sein. So appellieren wir an das faire Verhalten der Interessenten!
So hat ein Interessent mehrere Züchter besucht und überall einen
Welpen "bestellt" mit der Aussage: "Wir möchten auf
jeden Fall von Ihnen einen Welpen!". Als der Wurf nun endlich da
ist, setzt sich der Züchter daran und bestimmt die Reihenfolge der
in Frage kommenden Interessenten. Natürlich werden die bevorzugt,
die schon persönlich da waren, dem Züchter zusagten und fest
einen Welpen bestellt haben. Da wird dann dem einen oder anderen Interessenten
abgesagt, weil man zu wenig Welpen oder nicht mehr das hat, was er möchte
usw. Kommt man dann zu denen, die fest eingeplant sind, hört man
immer wieder: "Ich habe schon einen Welpen". Na, Bravo. Soll
man jetzt den "Abgesagten" wieder anrufen. Wie sieht das denn
aus?
Die Krönung ist allerdings, wenn so mancher Interessent nicht ehrlich
mit sich selbst ist. Eigentlich weiß er, daß er vernünftig
wäre, keinen Hund zu kaufen, aus was für Gründen auch immer.
Ärgerlich, aber immer noch besser, ist, wenn der Interessent ein
paar Tage vor der Abgabe sein Fehlverhalten einsieht und dem Züchter
absagt. (Wer weiß, wieviel Interessenten der Züchter in dieser
Zeit schon abgesagt hat, weil er der Meinung war, das dieser Welpe nicht
mehr zu vergeben ist?)
Aber so richtig ärgerlich wird es, wenn innerhalb von ein paar Wochen
raus kommt, das es familiäre Änderungen geben wird (von denen
man eigentlich schon lange wußte) und nun niemand mehr Zeit für
den Hund hat.
Also überlegen Sie sehr gut! Sie übernehmen die Verantwortung
für ein Lebewesen, das nicht in die Ecke gestellt werden kann, wenn
es im Weg ist. Seien Sie nicht leichtfertig, nur weil Ihnen diese kleinen
Welpen so gut gefallen und Ihnen das Herz überläuft.
Noch ein nützlicher Tip zum Schluss:
Wir empfehlen unseren Welpenkäufern nur Näpfe aus Kunststoff
oder Ton und das hat einen guten Grund. Vor ein paar Jahren hatten wir
im Bekanntenkreis einen Hund, der ziemlich an Hautekzemen und stumpfen
und brüchigen Fell litt. Herkömmliche Untersuchungen brachten
keine Erklärung. Erst eine Haaranalyse brachte es an den Tag. Der
Hund hatte eine toxische Vergiftung.
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Der Besitzer verwendete, wie so viele, Metallnäpfe. In diesem
Napf stand das Wasser immer (natürlich immer wieder frisch
aufgefüllt).
Aber dieser Napf sondert ab, vor allem, wenn etwas lange darin
steht und so hatte der Hund eine Aluminium / Nickel-Vergiftung.
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Diese "Blechschüsseln" haben aber auch noch
einen weiteren Nachteil:
Sie sind sehr leicht und werden nur so durch die Gegend geschoben. Am
besten hat sich eigentlich der Tonnapf bewährt. Durch sein Gewicht
rutscht er kaum und Wasser bleibt schön kühl
Lesen Sie auch: Was braucht ein Welpe in seinem
neuen Zuhause?
(C) Bärbel Widmann, alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!
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